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Sanierung der Knielinger Sees

Waldbestände

 (Beitrag im pdf-Format)

 

Herr Müllerschön, jetziger Pächter des Hofgutes Maxau, tritt für den Erhalt der Waldbestände im NSG Burgau ein (siehe BNN vom 12.04.2012). Er sieht diesen Biotoptyp durch zwei Kanäle bedroht, die für die zur Sanierung erforderliche Änderung des Wasserregimes im Waldbereich anzulegen sind.

Der Zeitpunkt des Einsatzes für eine naturverträglichere Variante ist mehr als verspätet. Das Verfahren zur Seesanierung hat Planung, Gutachterbewertung, Offenlage und Beteiligung der Verbände seit 2011 hinter sich. Der Nachschlag kann so keine Wirkung mehr erzielen.

Die Verlegung des Federbaches in den bewaldeten Leimgrubengrund geht schon auf die Vereinbarung der Stadt Karlsruhe mit dem Markgrafen zu Baden im Juni 1957 zurück. Damals kam man überein, der Stadt die Verlegung auf Kosten des Markgrafen zu übertragen. Der Bezirksstelle für Naturschutz hatte damals keine grundsätzlichen Einwendungen. Im Februar 1971 schätzte das Tiefbauamt die Kosten der Federbachverlegung auf 237.000,-- DM. Im August 1971  stellt das Wasserwirtschaftsamt noch einmal klar, dass die Verlegung des Federbaches unerlässlich sei. Im November 1971 übernimmt die Stadt neben der Verpflichtung zur Ausführung auch die Kosten der Federbachverlegung und erhält dafür 150.000,-- DM vom Markgrafen. Es ist eines der Bausteine, die den Verzicht des badischen Hauses auf die Ausbaggerung des „Altrhein Maxau“ ermöglichte.

Die Planungen einer Rheinstadt, einer Hafenerweiterung und eines Gewerbegebietes in die Burgau hinein, haben immer wieder Gründe für den Verzicht  auf die Verlegung des Baches abgegeben. Jetzt nun spielt „nur noch“ die Sanierung der Wasserqualität eine Rolle, die von der europäischen Gemeinschaft endlich als unverzichtbar vorgeschrieben wird. 

Weitere Waldteile fallen dem Kanal zwischen Rheinhafen und See zum Opfer. Über diesen Kanal soll der See mit Frischwasser versorgt werden (siehe Plan). Wir haben im Rahmen des Genehmigungsverfahrens mit dem Vorschlag dagegen gehalten, das Frischwasser aus dem Rhein in Höhe des Maxkopfes einzuleiten (siehe Brief vom 19.07.2010). Dieser Zulauf hätte den Weg einer alten Rheinschlinge aufgenommen, ohne in den Waldbestand einzugreifen. Dem Vorschlag wurde die Wassertemperatur entgegen gehalten, die durch den Kühlwassereinlauf der EnBW im Rhein zu hoch sei.

Der jetzige Vorschlag, den Federbach am Auslauf des Polders Bellenkopf/Rappenwört abzupumpen und dafür den Lauf des Federbaches für Frischwasser aus dem Hafen zu nutzen, stand – soweit uns bekannt – nicht zur Debatte.

Wir können die Machbarkeit des Vorschlages von Herrn Müllerschön mangels Sachkenntnis nicht bewerten. Wenn sich hier aber eine Lösung für den Erhalt gerade des Waldstückes im Langengrund ermöglichen würde, wäre die verspätete Einwendung bedauerlich.

 

 

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max.albert.ka@googlemail.com

Karlsruhe, den 13.04.2012

 

 

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Max Albert, NABU Gruppe Karlsruhe  | max.albert@mail.de