Start
Video  Clips
Knielingen
Presse
NSG LSG Burgau
Zugespitzt
Geschichte
Rheinpark
03.2011 Baubeginn
04.2011 Pappelpfl.
07.2011 Baggerbiss
08.2011 Spielplatz
12.2011 Fortschritte
01.2012 Lernbauernh
02.2012 SPD Kritik
03.2012 Pächterwahl
03.2012 Sachstand
04.2012 BNN u.a.
04.2012 Vergabeverf.
05.2012 Einweihung
08.2012 Neuverpacht
10.2012 Hafenbrücke
10.2012 Aufgaben
11.2012 Wege im Park
12.2012 Hafenbrücke
00.2013Angler u.Auto
03.2013 Ökol. Landw
05.2013 Großvieh
06.2013 Rheingold ?
08.2013 Hatbegonnen
09.2013 Zum Zweiten
03.2013 Ackerzwist
04.2013 Ackerzwist
04.2013 Ackerzwist3
05.2013 Bewi.konzept
05.2014 Lerchen
09.2014 Architekten
10.2014 Müll
11.2014 Hafensp.tor
01.2015 Dornröschen
02.2015 Geburtswehen
03.2015 Storchennest
04.2015 Es geht los
05.2015 Öko oder Was
06.2015 Einweihung
12.2015 Muggeschiss
09.2016Kraichgaukorn
Knielinger See
Aktuelles
Natur
Lage, Anfahrt
Materialien
Impressum
Hofgut Maxau 2015

 

 

 

 

 

20 Großvieheinheiten

(Beitrag im pdf-Format)

 

 

 

Im August 2010 legte das Gartenbauamt eine Projektbeschreibung des  „Park Maxau“ vor, die Grundlage der weiteren Diskussionen wurde. Darin ist zum Thema der Nutzung der Weidewiesen im Süden der Hofgut-Gebäude ausgeführt:

 „Der überwiegende Teil der bislang durch das Hofgut Maxau intensiv bewirtschafteten Ackerflächen wird in eine ganzjährige extensive Beweidung mit traditionellen Rinderrassen überführt. Die Besatzdichte soll 0,9 Großvieheinheiten/Hektar nicht überschreiten. An zwei bis drei Standorten sind dreiseitig geschlossene Unterstände mit 3 bis 4 m² Fläche/Tier vorgesehen. Die Begründung der Wiesen und Weiden erfolgt mit autochthonem Saatgut vorzugsweise aus Heudrusch. Die Beweidung wird in Stufen in Abhängigkeit vom Entwicklungsstand der Wiesengesellschaften eingeleitet. Übergangsweise ist eine Schafbeweidung denkbar.“

 Am 16.02.2011 sprach das Regierungspräsidium eine Befreiung von den Verbotsbestimmungen der Natur- und Landschaftsschutzverordnung „Burgau“ aus. U.a. wurde darin die Nutzung der Wiesen mit folgenden Worten bestätigt:

 Die Beweidungsdichte soll max. 0,9 GV/ha betragen. Es wird angeregt, zunächst mit einer geringeren Tierdichte zu arbeiten und diese nur bei Bedarf zu erhöhen.

 Auf eine Anfrage der Grünen-Gemeinderatsfraktion zum Thema Neuverpachtung des Hofgutes Maxau vom 14.12.2011 antwortete die Stadt am 24.01.2012 u.a. wie folgt:

 „Das Liegenschaftsamt fördert bei der Verpachtung seit Jahren den Umstieg auf eine biologische Bewirtschaftung. Der Landwirtschaftsbetrieb Hofgut Maxau mit seinen teilweise sonderkulturfähigen Böden ermöglicht den Pächtern ein breites Spektrum extensiver und biologischer Bewirtschaftungsmöglichkeiten. Von einer verpflichtenden, gesamtbetrieblichen Umwandlung auf einen rein biologisch wirtschaftenden Betrieb wird aufgrund der differenzierten Zertifizierungsanforderungen der diversen Erzeugerverbände für biologische Nahrungsmittel aber abgesehen. Für die Flächen im Landschaftspark ist durch die Konzeption des Landschaftsparks eine biologische Bewirtschaftung festgelegt. Diese werden auch der Gewinnung von Nahrungsmitteln für die Direktvermarktung (Hofladen) dienen.“

 Daraus ist die Bedingung hervorzuheben, dass für die Flächen im Landschaftspark eine extensive, biologische Bewirtschaftung festgelegt ist.

Der Bericht der BNN 17.05.2013 überrascht nun mit dem Hinweis, dass auf den Wiesen im Süden des Hofgutes 20 Tiere – dabei kann es sich nur um Rinder handeln - leben sollen. Aus der Größe des Geländes von rd. 11 Hektar  errechnet sich in der Sprache der Fachleute eine Belastung von 1,8 GVE/ha also doppelt so viel, wie vom RP befreit.  Damit wird aus der propagierten  extensiven Nutzung als Signal für ökologische Bewirtschaftung schon eine traditionelle Intensivnutzung. Als extensive Nutzung bezeichnen Fachleute die Bereitstellung von 1 Hektar für 1 Rind.

 Der neu geschaffene Lebensraum sollte auch der Bewahrung gefährdeter Haustierrassen dienen  und den Wildtieren zum Angebot werden.  Es bleibt ungeklärt, ob die Bewahrung der genetischen Vielfalt nach wie vor als Ziel angesetzt bleibt. Durch Fachleute geklärt ist dagegen, dass die Rücksichtnahme auf Wildtiere unter die Räder kommt.

Voraussetzung für eine dauerhafte Nutzung der Wiese als Weide für Rinder ist das Vorhandensein einer geschlossenen Grasnarbe. Dafür wären eine artenreiche Einsaat und mehrjährige gezielte Pflege der Wiesenlandschaft erforderlich.  Bisher war Konsens, dass der Tierbestandes mit Rücksicht auf eine geschlossene Pflanzendecke nach und nach auf den Bestand bis höchstens 9 Rindern aufgebaut werden sollte. 

Ergebnis dieses Kompromisses aus dem Dschungel der städtischen Kompetenzen ist die Beschränkung der vorausgesetzten ökologischen Anforderungen.  Noch enttäuschender ist der Stil im Umgang mit den am Konzept Beteiligten Verbänden. Sie werden über die Presse informiert.   Wo bleiben da die angestrebten vertrauensbildenden Maßnahmen?

 Das Titelbild zeigt das Angler Rind.  

 

 

Anlagen:

BNN Seite 21 vom  17.05.2013

Leserbrief vom 19.05.2013

Rheinpark Projektbeschreibung 08.2010, GBA

Befreiung von Verbotsvorschriften 16.02.2011 RP KA

Anhörung BNatSchG, NABU, Bund, Jägervereinigung

Etablierung von Extensiv-Grünland, LAZBW

Viebesatz, Wikipedia

Angler Rind, Förderverein Angler Rind 

 

 

-----+oOo+-----

max.albert.ka@googlemail.com

Karlsruhe, Mai 2013

 

 

to Top of Page

Max Albert, NABU Gruppe Karlsruhe  | max.albert@mail.de