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Wege im Rheinpark

(Beitrag im pdf-Format)

Die BNN beschreibt in ihrer Ausgabe vom 19.11.2012 die Fortschritte bei der Einrichtung des Rheinparks. Dazu wäre folgendes anzumerken, vorgetragen in einem Leserbrief an die Abonnenten der Tageszeitung.

Die Umwandlung des bäuerlichen Betriebes „Hofgut-Maxau“ in ein Zentrum des Rheinparks macht Fortschritte. Einige Fragen verbleiben, die in der öffentlichen Diskussion nicht außen vor bleiben sollten.

Die Einrichtung eines hindernisfreien Uferweges auf Karlsruher Gemarkung ist mit einer Rheinhafenbrücke nicht gelöst. Auf Gemarkung der Stadt erschließen erst drei Brücken -über Rheinhafen, Maxau-Hafen und Ölhafen- den Uferweg. Wenn es nur um einen Uferweg ginge, dann wäre die Brücke über den Ölhafen die wirksamste. Denn dort läuft der Fernwanderer in eine 3,5 km tiefe Sackgasse (siehe Wegeplan).

Der tatsächliche Zweck der Hafenbrücke ist die Verbindung zweier Erholungsschwerpunkte –Rappenwört und Rheinpark. So liegt die Begründung bei den Befürwortern auch nicht auf Herstellung eines Uferweges, sondern auf der Errichtung eines Karlsruher Glanzpunktes am Laufe des Rheins. Auf technische Glanzpunkte können wir angesichts der gewaltigen Industrieanlagen durchaus verzichten, zumal mit dem Hafensperrtor bereits eine Brücke besteht, die aufzurüsten wäre.

Die Rheinpark-Planer haben im Übrigen andere Sorgen und die sollte man ernster nehmen. So müssen die Ackerflächen für die Wiesennutzung erst aufbereitet werden. Das dürfte bis 2015 nicht zu machen sein, so dass Alternativlösungen zur Debatte stehen werden.

Außerdem stellen die Nutzungsrechte der Angler ein Sonderproblem dar. Am Westufer des Sees soll den Besuchern die Vogelwelt aus einer Aussichtskanzel vorgeführt werden. Die Kanzel wird an einem Autoabstell- und Bootsanlegeplatz der Angler eingerichtet. Bei solcher Störung wird der Gast nur allgemeine Vogelarten und selbst die nur in der Ferne beobachten können. Wenn es nicht gelingt, Autos und Boote auf die beiden anderen Parkplätze am See zu verteilen, sollte an dieser Stelle keine Aussichtskanzel errichtet werden. Sonst wird die Ermunterung zur Naturbegeisterung nicht gelingen.

Dazu kommen die der Artenvielfalt dienenden Bestandteile einer ökologisch orientierten Landwirtschaft, z.B. Ackerrandstreifen und Lerchenfenster. Nichts davon ist bei der diesjährigen Aussaat von Winterweizen in die Praxis umgesetzt worden. Das Hofgut bildet so bewirtschaftet keinen Unterricht in Fragen der Bewusstseinsbildung für den Erhalt der Artenvielfalt  (veröffentlicht BNN 01.12.2012)

(Das Bild ist die optische Erläuterung einer wenig durchdachten Anregung.)

 

-----+ 19.11.2012 +-----

max.albert.ka@googlemail.com

 

 

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Max Albert, NABU Gruppe Karlsruhe  | max.albert@mail.de