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Der Federbach und der Knielinger See

(Beitrag im pdf-Format)

 

 

 

Die Sanierung des Knielinger Sees  erfordert mehrere Baustellen. Im Süden das Einlassbauwerk am Hafenufer mit anschließendem Graben für das dem See zuzuführende Hafenwasser. Im Norden die Anhebung des Seeausflusses in den Willichgraben. Und im Nordosten  der Verschluss der Federbacheinmündung in den Knielinger See mit einem Graben als Abflussersatz direkt in den Willich. Zweck des Ganzen: Der Federbach wird künftig am Knielinger See vorbeilaufen, Frischwasser aus dem Hafen wird durch den See geleitet  und der Grundwasserzufluss reduziert.

Der Bach, der den Schlamm in den See brachte, hat eine bewegte Geschichte. Nach vielen Eingriffen in seine Mäander untertunnelten alter und neuer Federbach gemeinsam den Hafenstichkanal, um danach über den Altrheinarm und den Willichgraben in die Alb zu münden.

In diese Lage wurde 1957 die Auskiesung des markgräflichen Besitzes genehmigt. In den darauffolgenden 30 Jahren schuf das Kieswerk  den Knielinger See, in den der Federbach  seine Schmutzfracht bis heute ablädt.

Mit der Genehmigung der Auskiesung – also 1957 -  vereinbarten Stadt und Kieswerk, dass  die Stadt den Federbach am See vorbeileitet. Die damalige Begründung: Ein erhöhter Grundwasseranfall darf nicht in den Federbach einströmen, da sich das Wasser bis Neuburgweiher aufstauen könnte. Noch 1971 hält das Wasserwirtschaftsamt diese Maßnahme für „unerlässlich“. 

Einen Rückstau hat es offenbar nicht gegeben. An die Folgen des Federbacheinlaufes in den See hätte man jedoch denken können. Die Verlegungskosten wären ein Schnäppchen gewesen. Damals lagen die geschätzten Kosten bei 412.000 DM, heute bei 4,6 Mio. Euro. (Darunter die Mehrkosten für die Sanierung mit Hafenwasser.)

Das Hafenwasser erhöht den Wasserstand  der Alb. Dafür musste nördlich des Ölhafens zunächst die Albschleuse in den Rhein für 1,6 Mio. Euro verbreitert werden. Mehrkosten, die durchaus dem damaligen Verzicht auf Verlegung des Baches anzulasten sind.

Es folgen einige Bilder aus dem Bereich des Federbacheinlaufes in den Knielinger See; aus einer der wenigen ruhigen Ecken des Schutzgebietes, die es zu erhalten gilt. (Bilder).

Mancher mag Rückblicke nicht. Er meint, man solle nach vorne schauen. Aber noch immer ist die beste Basis für Prophezeiungen das Vertrauen darauf, dass die Maßstäbe so erhalten bleiben, wie wir sie schon kennen. So ist eine auf Erfahrung gegründete Kritik ebenso im sicheren Bereich, wie die Befürchtung, dass es wie gewohnt weiter gehen wird.  Doch irgendwann gibt es einen Ruck nach vorne und keiner wird darauf vorbereitet sein. Dann wühlen wir auf der Suche nach den Ursachen in den Fossilien.  

Kommen Sie gut in das neue Jahr.

 

Unterlagen:

Sanierung Knielinger See Vorlage an Gemeinderat 23.07.2010

Albschleuse VBI Wasserbau 2011

Federbachniederung RP Karlsruhe 2009

 

 

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max.albert.ka@googlemail.com

Karlsruhe, den 31.12.2012

 

 

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Max Albert, NABU Gruppe Karlsruhe  | max.albert@mail.de