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 Lernbauernhof

(Beitrag im pdf-Format)

 

Auf Antrag der grünen Fraktion hat der Gemeinderat der Stadt Karlsruhe im Januar 2012 über die Einrichtung eines Lernbauernhofes im Hofgut Maxau, dem Zentrum des für 2015 geplanten Rheinparks, diskutiert. Dem Bericht in der BNN vom 26.01.2012 sind die Einzelheiten zu entnehmen.

 Das Amt wendet sich gegen  die Einrichtung eines Lernbauernhofes. Frau Mergen: „Ein von der Stadt finanzierter Schulbauernhof sei nicht Gegenstand der Planung gewesen.“ Die anliegenden Auszüge aus den über die Sitzungen der AG-Rheinpark erstellten Protokolle (Protokollsammlung und Protokoll vom 10.02.2009 gestrichen) bestätigen diese Aussage, wenn auch die Begriffe „Lernbauernhof“ und „Schulbauernhof“ oder „pädagogische Belange“ über den gesamten Zeitraum nicht ganz sauber definiert worden sind. Es kommt wohl nur darauf an, dass die Sache der Stadt nichts kostet.

 Auf den neuen Pächter des Hofgutes kommt eine gewaltige Aufgabe zu. Er muss die Fähigkeiten eine Landwirtes, eines Gastwirtes und eines Einzelhändlers in einer Person vereinen. Schon das Führen eines landwirtschaftlichen Gutes, das sozusagen im Lichte der Öffentlichkeit stehen wird, verlangt einen sehr disziplinierten Umgang mit dem Boden, den Tieren, der Ernte, den Gebäuden und mit den Geräten.

 Der Besucher wird sich im Bauernhof umsehen wollen. Er wird Sauberkeit erwarten, wo gepisst und geschissen wird. Aus der daraus gewonnenen Bewertung wird er auf die Qualität der Waren und Speisen schließen. Die Anerkennung des Hofgutes als Erholungszentrum steht und fällt mit einem auf städtische Ansprüche reduzierten Bauernhof.  Schon allein deshalb bedarf es einer großzügigen Regelung der Vereinbarungen mit einem Pächter, die auch vor finanzieller Unterstützung nicht halt machen darf.

 Die Stadt Karlsruhe hat im Rahmen des Masterplanes von 1995 eine Schrift mit Titel „Ökologische Aspekte der Stadtentwicklung“ (siehe anliegende pdf-Version) veröffentlicht.  Daraus sei zitiert:

 Kapitel 6.6 Wertewandel:

“Die Öffentlichkeitsarbeit und Aufklärungskampagnen durch die Politik und Behörden verfehlen vor dem Hintergrund der derzeitigen "Vertrauenskrise" gegenüber der Leistungsfähigkeit des politischen Systems weitgehend ihre Wirkung. Professionell d.h. vor allem zielgruppengerecht und mediengerecht aufbereitete Informationen und Appelle müssen noch mehr als bisher auf die ökologisch belastenden Folgewirkungen hinweisen, die durch bestimmte, wertgeleitete Einstellungen, Verhaltensweisen und' Gewohnheiten ausgelost werden. Die Möglichkeiten der Umweltpädagogik zur Erhöhung der "Wertschätzung" der natürlichen Lebensgrundlagen sind auch und gerade im lokalen Bereich noch stärker als bisher zu nutzen. Längerfristig dürfte eine derartige Überzeugungsarbeit jedoch nur in Kombination mit wirksamen und nachhaltigen Restriktionen, Auflagen und ökonomischen Anreizen von Erfolg gekrönt sein.“

 Der Rheinpark in den Rheinauen, der Bauernhof mit einer ökologisch orientierten Variante, die Gaststätte mit heimischen Gerichten und der Hofladen mit regionalen Produkten, alles zusammen könnte mit helfen, die „Wertschätzung der natürlichen Lebensgrundlagen“ zu verbessern.

 Es ist zu begrüßen, dass die Stadt die Grundlagen für ein solches Angebot legt. Aber sie könnte mit einem Beitrag zu den laufenden Kosten noch auf Dauer etwas drauf legen.

Oder,…… die EnBW engagiert sich hier, nachdem der Brückenbau – Gott sei Dank -  abgesagt ist.

 

 

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max.albert.ka@googlemail.com

Karlsruhe, den 27.01.2012

 

 

 

 

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Max Albert, NABU Gruppe Karlsruhe  | max.albert@mail.de