Start
Presse
NSG LSG Burgau
Zugespitzt
Geschichte
Rheinpark
Knielinger See
Aktuelles
Natur
Lage, Anfahrt
Materialien
Impressum

 

 

SWOT - Analyse

(Beitrag im pdf-Format)

Die Ausbaggerung der Kiesvorkommen im Abtsgründl hat den Knielinger See mit einer Fläche von 60 Hektar (ohne Altrhein Maxau) ergeben. Der See wurde 1989 unter Naturschutz gestellt. Als einziger Nutzer ist der Anglerverein Karlsruhe zugelassen, der am Nordufer sein Vereinsheim und das Bruthaus für die Nachzucht von Jungfischen eingerichtet hat.

 Für die Träume von Vorgestern war es mit der Unterschutzstellung zu Ende. 1956 schwärmte die Presse mit einem bürgernahen Statement:

„Weißblinkende spitze lateinische Segel, die im Sonnenglast oder unter dräuenden Wolken dahingleiten, honiggelbe Gondeln, die sich wiegen auf dem baumgrünen buchtenreichen See.“

Es sollte ein erholsames Strandbad eingerichtet werden. Dafür verblieb am Westufer des Sees ein flach abfallender Strand, der heute die ertragreichsten Angelplätze anbietet.

Der Verzicht auf die wassersportliche Nutzung erhielt im Laufe der Jahre seine hygienisch begründete Berechtigung. Die vom Federbach im See abgelagerten Schadstoffe brachten das Wasser zur Sanierungsreife. Eine Arbeit, die in den Jahren 2013 bis 2016 ausgeführt worden sind. Übrigens für 4,6 Millionen Euro.

 Ab jetzt wird beobachtet, wie sich die Zuführung von Hafenwasser und die Umleitung des Federbaches auf den Sauerstoffgehalt des Sees auswirken. Irgendwann könnte er so sauber sein, dass die Stadt die Empfehlungen der SWOT Analyse der werk-plan für Knielingen aufnimmt.

 Aus dieser Analyse sei ein Beitrag zum Naturschutzgebiet „Burgau“ ausgewählt, der entweder die mangelhafte Zuwendung der Gutachter oder der Bürger von Knielingen zum Schutz der Natur deutlich macht. Zum Thema „Natur, Stadtgrün und Klimaschutz“ zeigt sich laut Gutachten folgende „Schwäche“:

 „Naturbelassene Schutzgebietsflächen werden von der Bevölkerung als verwahrlost und ungepflegt wahrgenommen, Verschmutzungen sind störend und werten Bereiche ab.“

 Allein die Übernahme einer solchen Betrachtung - selbst wenn es wohl keine Einzelstimme gewesen ist - in das Gutachten spricht für einen mangelhaften Bezug auch der Gutachter zum Naturschutz. Aber es kommt noch besser. Die Analysten legen unter „Risiken“ folgende Bewertung für Bereich der „Burgau“ vor:

 „Wenn keine für alle Seiten befriedigende Lösung im Konflikt Naturschutz – Erholungs- und Freizeitnutzung gefunden wird, sind zukünftig Konflikte, Frustration und Missachtung von Verboten zum Schutz der natürlichen Gegebenheiten denkbar.“

 Das ist nun wirklich eine Schlussfolgerung der Gutachter und damit der Beleg für deren mangelhaften Bezug zum Naturschutz. Und es ist ein Aufruf zum Widerstand gegen die Regeln der Naturschutzverordnung.

 Hoffentlich wird der Beitrag der HHP (Hage+Hoppenstedt Partner) zu diesem Thema in der „Fortschreibung des Landschaftsplanes des NSV Karlsruhe“ als die allgemeingültigere Aussage gewertet. Unter dem Kapitel 3.1.5 Umweltbildung wird ausgeführt:

 „Maßnahmen zum Schutz und zur Verbesserung von Natur und Landschaft können nur erfolgreich sein, wenn in der Bevölkerung hierfür auch Verständnis geweckt wird. Dies ist insbesondere in Agglomerationen von Bedeutung, da die Raumansprüche sich vielfach überlagern und in Konkurrenz zu einander stehen.“

 Die Stadt listet ein umfangreiches Angebot an Themen zur Unterrichtung in Umwelt- und Naturschutzfragen unter dem Titel „Umweltbildungsportal“ auf. Davon ausgehend, dass die 2 Jahre alte SWOT Analyse noch immer die bei den Bürgern aktuelle Einschätzung des Wertes der Artenvielfalt widerspiegelt, haben die schon jahrelangen Bemühungen der Stadt offenbar keine bedeutende Wirkung erzielt.  

 Ich kann nur hoffen, dass die SWOT Analyse der werk-plan in der Versenkung verschwindet, seitens der Verantwortlichen – soweit es den Schutz der Natur betrifft - nicht als Handlungsanleitung verstanden wird.

 

 Anlagen:

--- werk-plan „SWOT-Analyse Stadtteilentwicklungsprozess Karlsruhe Knielingen“ 10.2015 X)

--- HHP „Fortschreibung des Landschaftsplanes des NSV Karlsruhe (Screening)“ 03.2013 X)

--- stadt karlsruhe „umweltbildungsportal“ 

X) Die Papiere können Sie aus einer Auflistung mehrer Beiträge auswählen.

 

-----+oOo+-----

max.albert@mail.de

Karlsruhe 2018.08

to Top of Page

Max Albert, NABU Gruppe Karlsruhe  | max.albert@mail.de