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 Bilder von Max Albert und Peter Müller

 

 Tulladamm,

ein Damm als Rückzugsgebiet für Tier und Pflanze

(Beitrag im pdf-Format)

Im Juli 2017 sind wir über den Tulladamm am südlichem Rande der Gewanne Burgau und Kirchau gelaufen. Bei dem Spaziergang auf der Dammkrone vom Willichgraben bis Waldgebiet Ackerheck konnten wir eine reichhaltige Vegetation und die entsprechenden Insekten beobachten.

Der Tulladamm hebt sich aus den Flächen der „Burgau“ als ein Hotspot der Artenvielfalt heraus. Auf den Hängen dieses künstlichen Gebildes wurden wir fündig und erhielten den Beleg dafür, dass selbst das mit Streuobstwiesen reich gegliederte Ackerland bei weitem nicht mithalten kann.

Jahrelange Besuche des Naturschutzgebietes haben den Beleg für die fast durchgängige Nutzung der Böden mit dem Anbau von Mais erbracht. Seine Bestandspflege hat die Artenvielfalt stark beeinträchtigt.

Nach dem Ausscheiden der langjährigen Pächter des Hofgutes, so um 2012, haben die beiden nacheinander auftretenden neuen Pächter ihre Neigung zu ökologischer Bewirtschaftung öffentlich bekundet. Aber gleichzeitig darauf hingewiesen, dass aufgrund der bisherigen Übernutzung der Böden durch den Maisanbau die Umstellung auf eine biologisch orientierte Variante bis zu 7 Jahre andauern kann. Mehrfelderwirtschaft war angesagt.

Doch auch in diesem Jahr 2017 wächst fast nur Mais im Schutzgebiet „Burgau“. Wobei erkennbar wurde, dass mit unterschiedlicher Bearbeitung der Böden als auch mit dem Einsatz von Pestiziden und Herbiziden vorgegangen worden ist. Eine fachliche Bewertung der Anbaumethoden können wir nicht abgeben. Die Frage, ob die Umstellung im Gange ist, verschoben oder schon abgebrochen wurde, lässt sich vor Ort nicht erkennen.

Kein Bauer hat sich gegenüber der Stadt zu einer ökologischen Landwirtschaft sondern - nur - zu einer „ordnungsgemäßen“ verpflichtet, die den Einsatz von Chemie bei der Bekämpfung ertragsmindernder Umstände zulässt. Ein einleitendes Bekenntnis zur ökologisch orientierten Landwirtschaft bleibt ein persönliches Anliegen. Ob die Zusage der Anerkennung eines Ökozertifikates aus wirtschaftlichen Gründen durchzuhalten ist, bleibt für den Außenstehenden offen.

Da wird es umso wichtiger, dass eine solch wertvolle Arteninsel wie der Tulladamm eine die Natur des Standortes schützende Behandlung erhalten muss. Die Pflege der Hangwiesen muss sich lösen von einem an Zweckmäßigkeit orientierten Terminplan. Hier steht nicht das Schicksal eines bäuerlichen Betriebes auf dem Spiel, sondern der Haushaltsplan einer öffentlichen Einrichtung. Sollte ein begrenzter Etat eine pauschale Flächenbehandlung unabhängig vom Biotopwert erfordern, dann muss das Amt seinen Haushaltsansatz erhöhen, um weiterhin als Vorbild auftreten zu können. Ansonsten kann das Amt vom Bürger keine ökologischen Zusatzleistungen für die Bewirtschaftung von deren Böden verlangen.

 

Anlage:

Youtupe-Video: „Tulladamm, ein Kräutergarten im Juli 2017“

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Karlsruhe, den Juli 2017

max.albert@mail.de

 

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Max Albert, NABU Gruppe Karlsruhe  | max.albert@mail.de