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 Verdammt

(Beitrag im pdf-Format)

Im 80igsten Lebensjahr haben sich Wiederholungen besonders deutlich eingeprägt. Es blieb hängen, was die Welt zu bewegen schien, die kleine und die große. 

Und über was haben wir uns nicht schon alles immer wieder aufgeregt, vom niedrigen Milchpreis bis zu den mageren Mannequins. Ein breites Spektrum an Dramen, die - so scheint es - nur der Unterhaltung dienen, von anderen Spektakeln abgelöst werden. 

Meine Dramen schreibe  ich nun erst mal auf. Jeder hat da wohl seine ganz eigenen Erinnerungen, abhängig von seinen Interessen. Meine befinden sich vorwiegend im Bereich der Umweltthemen zusammen mit ein paar Ausreißern.  

Auch eine persönliche Kladde macht deutlich, dass es oft einer Menge Aufschläge bedarf, bevor ein Ball sein Ziel erreicht. Und manchmal bleibt es  für immer ein Spiel. Um des Spieles willen? 

Seien Sie mit mir empört, denn ohne Wut im Bauch bleibt jeder Einsatz eine hohle Nuss. Da muss eine Bewegung über sich hinaus dabei sein. Seien Sie mit mir empört, empört über sich selbst, also denjenigen, der es nicht wagt, aus dem Erkannten die notwendigen Konsequenzen zu ziehen. Wir sind es, die ihre Revier verteidigen, das Handeln anderen zumuten, sich selbst jedoch nicht bewegen wollen. Tatsächlich, es geht um Besitzstände.       

Stört es uns, dass sich eine Pute Brüste anfressen muss, die sich ein Mannequin nicht erlauben darf?  

Fragen wir beim Kauf einer Jeans nach Einkommen und Arbeitszeit des Kollegen in Thailand, wenn uns die Hose beim Discounter für 10 Euro angeboten wird?  

Kämpfen wir, wenn es uns gut geht, für ein das Wohlstandsgefälle ausgleichendes Steuersystem, indem wir Idealisten wählen, die glaubhaft versprechen, ihre Grundwerte  über den Verlauf der Karriere hinaus zu bewahren? 

Verschließen wir uns dem Prestige eines SUV, wenn wir für denselben Preis ein Elektroauto kaufen können? 

Ist uns der mülleinsammelnde OB so peinlich, dass wir nur amüsiert  daneben stehen bleiben, anstatt seinem Beispiel zu folgen? 

Handeln wir gegen einen Milchpreis, der eine Kuh auf ihr Euter reduziert und den Erzeuger zum Abbau von Umweltstandards zwingt? 

Berührt uns der katastrophale Zustand unserer natürlichen Lebensräume, von denen wir uns mehr und mehr entfernen? Ein Ereignis, das wir nur wahrnehmen würden, wenn wir den Mut aufbringen würden, genauer hinzuschauen? 

Geht uns das ewige Gerede von den Grenzen des Wachstums inzwischen auf den Keks, weil wir -  im Überfluss lebend  - überhaupt nichts von einer Erschöpfung der Ressourcen merken? 

Dieser Katalog der  Saumseligkeiten hat meinen Lebensstil unzureichend beeinflusst. Ich schaffe es einfach nicht, mich von den Vorzügen der Dienstleistungen einer Stadt zu lösen. Ein mehr eigenständiges Leben zu führen mit all den Lasten, die die Pflege von Stallhase und Feldsalat nun mal erfordern. 

So liegt der Spielraum für Zugeständnisse an Notwendigkeiten außerhalb meiner Sphäre in der Verteilung meines Einkommens. D.h. mit meinem Ausgabegebaren den Versuch zu unternehmen, Vernünftiges zu unterstützen. Vom kostendeckenden  Milchpreis bis zum Verzicht auf ein eigenes Auto (verursacht durch einen Unfall) und dergleichen. Dazu kommt z.B. die Teilnahme an Arbeitskreisen, also der ehrenamtliche Einsatz. Und das seit 30 Jahren und mit vielen Registern. 

Für einen auf einem angemessenen Einkommen und ausreichender Freizeit (Rentner) basierenden Reaktionskatalog erwartet man keine Belohnung. Aber auch keine Ablehnung vernünftiger Anliegen.  

Für mich war es ein Anliegen, das der Vertiefung des freiwillig übernommenen Einsatzes dienen sollte, also mit noch mehr Verpflichtungen verbunden gewesen wäre. Konkret war es der Wunsch, in der „Burgau“ mit den Betretungsrechten der Angler, Landwirte, Jäger, Förster gleich zu ziehen….soweit das Recht im Rahmen der Aufgabestellung notwendig wird. Das Regierungspräsidium hätte sich mit einer Zustimmung nichts von seiner  Geltung vergeben. Es war nicht notwendig, mit scharfer Munition zu schießen (lesen Sie den anliegenden Schriftwechsel ohne Anlagen). 

Der Dank liegt auch in der Befriedigung, das Richtige zu tun. Oder in der Gesellschaft einer Gruppe von Gleichgesinnten. Oder in dem Blick auf eine vielgestaltige Landschaft mit seinem Reichtum an Lebensformen. Oder an einem Tag ohne Lärm, einfach nur mit frischer Luft.      

Zum obigen Katalog habe ich noch eine Ergänzung: 

Dürfen wir mal ausrasten, wenn es ein Amt 30 Jahre lang nicht fertig bringt, ein Besucherlenkungskonzept auszuarbeiten, abzustimmen und umzusetzen? 

Im Titelbild verteidigt Dagobert Duck einen Sack voll mit überragendem Wohlstand oder überzogener Autorität.   

Anlagen: 

Bescheid des RP vom 01.07.2015  

Antwort vom 15.07.2015   

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Karlsruhe 05.2016

max.albert@mail.de 

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Max Albert, NABU Gruppe Karlsruhe  | max.albert@mail.de