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Der Willichgraben

(Beitrag im pdf-Format)

Der Rhein wurde im 19. Jahrhundert mit Hilfe seiner eigenen Dynamik begradigt. Die Wasserbauer durchstachen einen Mäander von oben und räumten zuletzt am Ende des Kanals den Damm weg. Das einströmende Wasser spülte den Kies aus dem Kanal und schuf das neue Flussbett.

Der Wasserbauer Tulla begradigte den Rhein bei Knielingen in den Jahren 1817 bis 1824. Zwischen dem alten und dem neuen Bett entstanden Insellagen. In eine dieser Inseln, die Maximiliansau, fiel die alte Fährverbindung. Mit einem Damm von Knielingen zur Fähre überwand man den alten Rhein und verschloss damit gleichzeitig die Entwässerung der Gewanne bis Daxlanden.

Jetzt kommt der Willichgraben ins Spiel. Er schaffte eine Verbindung zur Alb und damit einen neuen Weg für die Entwässerung. Der Graben erfüllt diese Aufgabe also bereits seit bald 190 Jahren.

Seit der Unterschutzstellung der Burgau im Jahr 1989 hat sich am Graben selbst nichts verändert. Der größte Eingriff fand in seinem Umfeld durch eine Forstmaßnahme im Jahr 2011 statt. Doch jetzt wird der Graben neue Aufgaben übernehmen müssen.

Die Sauerstoffarmut des See hat zwei Ursachen: Der Schlamm am Seeboden verfault und sauerstoffarmes Grundwasser sickert ein. Damit weniger Grundwasser in den See eindringt, wird sein Wasserstand um 80 cm erhöht. Dafür wird zwischen See und Graben ein Bauwerk mit Überlauf und Fischtreppe geschaffen. Den Zehrprozessen des Schlamms geht man im Übrigen mit Frischwasser aus dem Hafen zu Leibe und der belastete Federbach wird am See vorbeifließen.

Es folgen ein paar Bilder des jetzigen Willichgrabens im Bereich der Burgau; eine kleine Dokumentation der bestehenden Verhältnisse. Die Bilder zeigen u.a. laichende Brachsen im Mai, Ende Juli eine Ente mit drei Jungen, Blässhühner auf dem Eis im Februar. Und den Willichgraben im Wechsel der Jahreszeiten.

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max.albert.ka@googlemail.com

Karlsruhe, den 3. Januar 2013

 

 

 

 

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Max Albert, NABU Gruppe Karlsruhe  | max.albert@mail.de