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Hofgut Maxau 2015

 

 

Bilder, über Jahrzehnte hinweg

 

(Beitrag im pdf-Format)

 

Im Laufe der Jahrzehnte ergibt auch ein auf Zufall und Vorlieben aufgebautes Konzept aussagefähige Bilder. An manchen Orten des Schutzgebietes „Burgau“ sind aufeinanderfolgenden Fotos Veränderungen zu entnehmen.  Ob das Angebot an Arten dadurch beeinflusst worden ist, können nur sachkundige Bestandserhebungen belegen. Manchmal erlauben jedoch die jedermann erkennbaren Veränderungen nur eine Schlussfolgerung, nämlich den Verlust ehemaligen Artenreichtums. Positive Elemente haben nicht ausgereicht, den Verlust auszugleichen.  

 So haben sich die Schilfbestände im Federbach und im Altrhein Maxau so deutlich reduziert, dass damit ein Rückgang abhängiger Arten einher gegangen sein muss. In den 80iger Jahren waren noch, inzwischen ausgestorben, zu beobachten: Rohrdommel, Rohrweihe, Sumpfrohrsänger, Drosselrohrsänger. Zudem muss es nicht dokumentierte Veränderungen in der Allmend - dem großen Schilfgebiet in der Burgau - gegeben haben, da diese Vögel vorwiegend mit diesem Biotoptyp verbunden sind.

 Das Ackerland wurde in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts immer, auch durch ausbleibenden Fruchtwechsel, intensiver angelegt. Obwohl in der Burgau eine nach heutigen Maßstäben reich gegliederte Landschaft verblieben ist, konnten sich Rebhuhn, Kiebitz, Feldlerche nicht halten. Über diesen Wandel schuf ich nur das Portrait eines Apfelbaumes, der in 20 Jahren langsam vor sich hin starb. Eine mehr positive Bilanz, da manches Lebewesen auf altes Holz angewiesen ist.

 Am südwestlichen Ufer des Knielinger Sees hat der NABU noch in den 80iger Jahren Uferwände für die Uferschwalben abgestochen, die im weichen Ton ihre Niströhren anlegen. Die Erdhügel aus dem Mutterboden des Baggerbetriebes durchwurzelten dann so stark, dass er als Lebensbereich des Vogels nicht mehr in Frage kam. Dazu ein einziges Bild.

 Die benannten Vogelarten sind, 1985 von Harald Dannenmayer aufgelistet, in dem Verzeichnis der SFN von 2011 nicht mehr zu finden. Über vergleichbare Auflistungen, z.B. aus dem Pflanzenbereich, verfüge ich nicht.

 Hoffentlich bewirken Maßnahmen zur Seesanierung mit Frischwasser in den See, mit Wasserzu- und -abfuhr über angelegte Bäche, dass sich der Artenreichtum wieder belebt. Dabei ist die Gewinnung neuer Flächen für den Bewuchs mit Schilfbeständen unerlässlich.

 Des Weiteren wird sich die Stadt an ihre Zusagen von 1995 in der Schrift „Ökologische Aspekte der Stadtentwicklung“ erinnern lassen müssen. Sie gab u.a. an, auf ihren Ackerböden den ökologischen Landbau zu fördern. Und, und das nicht zuletzt, sollte der Wald nach den Grundsätzen der ökologischen Forstwirtschaft betrieben werden.

 Und nun die Auflistung der Bilder geordnet nach Standorten (in blau), die ich dem Schutzgebiet zugewiesen habe, siehe Kopfbild:

 

1.     Altrhein_West von 1990 bis 2020

 Die Bilder vom Rande des Altrhein Maxau belegen den Rückgang des Schilfbestandes. Der Verlust dieses wertvollen Biotops beginnt mit der Anhebung des Wasserstandes  des Knielinger-Sees um 80 cm im Jahr 2015.

 

2.     Bahndamm von 1990 bis 2013

 Der Bahndamm für die Züge aus der Stadt Richtung Pfalz wurde in den 1930iger Jahren gebaut. Mitte er90iger verlegte die Stadt die am Südrand Knielingens verlaufende Bahnstrecke in den Ort hinein und führte die Trasse im Bereich des Naturschutzgebietes Burgau wieder auf die Gleise des alten Bahndammes. Aus dem reich bewachsenen Damm wurde auf langer Strecke ein Trockenbiotop.

 

3.     Willichgraben von 1998 bis 2019

 Der Willichgraben wurde 1817 anlässlich der Rheinbegradigung zur Entwässerung der Aue angelegt. Die ab 1956 mit der Kiesausbeute verbundene Schaffung die Knielinger Sees und dessen Sanierung um 2015 veränderten sein Erscheinungsbild. Der Graben muss jetzt auch zusätzlich das vom Hafen her eingeleitete Frischwasser abführen. An seinem Nordufer verfügt er nun über den beständigsten Schilfbestand am See.

 

4.     Kirchau_Sued von 2003 bis 2020

 Von den Aufnahmen verblieben die Bilder eines Apfelbaumes, der in der Zeit von 2003 bis 2020 zur Ruine verfiel.

 

5.     Allmend von 2000 bis 2018

 Das große Schilfgebiet inmitten der Burgau hinterließ vor Jahrhunderten eine Schlinge des alten Rheins. Das Gelände stand den Bewohnern von Knielingen zur allgemeinen Nutzung, als Allmend, zur Verfügung. Seit 2000 bietet Google Earth einen immer wieder aktualisierten Blick auf die Landschaft. Die Bilder zeigen die jährliche Pflege der Schilfgebietsränder. Zusätzlich im Jahr 2018 tiefe Schneisen, angelegt zur Regulierung des Wildschweinbestandes. In dieser Zeit verließ die Rohrweihe ihren Jahrzehnte alten Brutplatz.

 

6.     Tulladamm von 2002 bis 2019

In der Aue bietet der Tulladamm einen Ersatzstandort für das im Ackerland der Kirchau und Burgau unzureichende Angebot an Blühstreifen. Seine unvermeidliche Pflege muss sich auch an den Ansprüchen des reichhaltigen Pflanzenangebotes orientieren. Das gelang nicht immer.

 

7.     Schlehert_Gewerbe von 1980 bis 2014

 Das Gewerbegebiet Schlehert wurde auf einem Schilfgebiet aufgebaut, das die Flussspatwerke in den Jahren 1952 bis 1996 mit den Sanden auffüllte, die die Gewinnung von Grundstoffen der Fluorchemie hinterlassen haben. Einen Schilfrest konnte ich Anfang der 80iger Jahre noch fotographisch festhalten. Danach wurde Schritt für Schritt das Gewerbegebiet eingerichtet, das den Titel des Gewanns Schlehert übernahm.

 

8.     Schlehert_Biotop von 1980 bis 2013

 Ein kleiner Lobgesang auf meinen Einstieg in den Naturschutz. Ein Tümpel, angelegt als Ersatz für einen während der Planierung des Geländes entstandenen – vorübergehenden - Teich, in dem Frösche und Kröte ihren Laich abgelegt hatten. Die Larven habe ich mit Kescher und kleinem Eimer in den Tümpel umgesetzt, den mir die Stadt angelegt hatte. Ansonsten Bilder von den Tieren und Pflanzen, die damals den Wert dieses Biotops bestimmten.  

 

9.     Federbach von 1988 bis 2019

 Der Federbach durchläuft einen Altrheinarm, den die Knielinger den Schlauch nennen. Von der Brücke, deren Aufbau auf den Beginn der Kiesausbeutung Anfang der 50iger Jahre zurückgeht, ist ein Blick auf das Regimes eines Fließgewässers (Prall- und Gleithang) zu gewinnen. Gleichzeitig aber auch ein Blick auf die Entwicklung des Schilfbestandes, der – wie am Altrhein West – unter den erhöhten Wasserständen zu leiden hat.

 

10.   Personen

 Die Auflistung von Beteiligten an der Anlage und Pflege des Schutzgebietes konzentriert sich auf Vorort-Ereignisse. Ich glaube, ich habe keinen Mitstreiter vergessen; also von allen auch ein Bild geschossen.

 

Mancher verbindet seine Zweifel am Wert von historischen Daten mit dem Hinweis an Anforderungen, die ja in der Zukunft lägen. Er übersieht, dass die Erzählung einer Geschichte immer auch deutlich machen kann, welche Bemühungen bis heute unerledigt blieben. Daraus könnten sich Prioritäten formulieren lassen, die mit den derzeitigen Absichten nicht vereinbar sind.

Anhang:

 Bilder, aufgelistet bei Dropbox unter dem Titel „Auswahl“.

 

 

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Karlsruhe, 04.2020 

max.albert@mail.de

 

 

 

 

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Max Albert, NABU Gruppe Karlsruhe  | max.albert@mail.de